UNESCO-Projekttag 2018: Rückblick

Rückblick auf die UNESCO-Projekttage 2018 am Progymnasium

 

Auch in diesem Jahr standen die Projekttage am 29. und 30.11.2018 am Progymnasium Bad Buchau wieder unter dem Motto „UNESCO“. Als interessierte UNESCO-Projektschule ist es für das Progymnasium ein vorrangiges Ziel, den Schülerinnen und Schülern durch die Arbeit an verschiedenen Projekten die Bedeutung der 6 Säulen der UNESCO näherzubringen.

Diese Säulen stellen die Themenschwerpunkte der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur dar: Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung, Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Global Cititzenship, Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter sowie UNESCO-Welterbeerziehung. Dabei wurde die Arbeit an den Säulen an das Alter unserer Schülerinnen und Schüler angepasst. In Klasse 5 erklärte ein Einführungsprogramm die für unsere jungen Schülerinnen und Schüler sehr abstrakten Inhalte der Säulen an kindgerechten Beispielen. Im zweiten Teil des Projekts stand die eigene Arbeit am Projekt im Vordergrund: Mit Digitalkameras ausgerüstet zogen die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler los und dokumentierten die Verbindung zwischen ihrem alltäglichen Leben und den sechs Säulen. Dabei entstand eine persönliche Version des UNESCO-Logos der Klasse, welche die Themenschwerpunkte  altersgerecht veranschaulicht. Die Arbeit an unserem UNESCO-Welterbe vor Ort, den Pfahlbauten am Federsee als Teil der Pfahlbauten rund um die Alpen, stand für die Klasse 6 im Mittelpunkt. Im Federseemuseum konnten die Schülerinnen und Schüler viel über das Leben der steinzeitlichen Jäger und Sammler erfahren und lernten am Beispiel des Baus der Pfahlbauten, der ohne moderne Technik und doch mit großer handwerklicher Leistung erfolgte, weshalb den Pfahlbauten eine besondere Stellung in der menschlichen Geschichte zukommt. Für die Mittelstufe gab es eine Auswahl an Projekten, die von den Schülerinnen und  Schülern nach eigenen Vorlieben gewählt werden konnten. Überraschend war für viele das Projekt „Bau einer Orgelpfeife aus Holz“ – dass der deutsche Orgelbau im Jahre 2017 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde, wusste vor dem Projekt kaum einer der Schülerinnen und Schüler. Die Kultur des deutschen Orgelbaus und der Orgelmusik nimmt weltweit eine herausragende Stellung ein und konnte so als Projektthema die beiden Bereiche Musik und Technik anschaulich verknüpfen. Im Projekt „Auch wir haben Rechte – One Billion Rising“ wurde eng an der ersten Säule gearbeitet. Das Projekt thematisierte die Kinder- und Frauenrechte und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten der Schulgemeinschaft als Abschluss ihres Projekts nicht nur Informationen zur aktuellen Situation von Kindern und Frauen auf der Welt vermitteln, sondern auch den Flashmob-Tanz zur One Billion Rising Aktion vorführen, an dem im Jahr 2018 allein in Deutschland über 60.000 Menschen teilgenommen zu haben. Ziel der an verschiedenen Orten stattfindenden Aktion ist es, ein Zeichen für Frauensolidarität zu setzen und dem Thema Frauenrechte mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Anhand dieses Beispiels erlernten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Form des friedlichen Protestes und eine Möglichkeit, sich gewaltfrei und dennoch deutlich für eine Änderung von globalen Missständen einzusetzen. Ebenfalls an dieser Säule arbeiteten Freiwillige aus Klasse 7 und 8, die sich im Rahmen ihres Projekts zu Streitschlichtern ausbilden ließen. Möglichkeiten der friedlichen Konfliktlösung wurden vermittelt, aber ebenso die Bedeutung der Toleranz betont, die für unser Alltagsleben eine unumgängliche Grundlage darstellt, um Konflikte zu vermeiden. Wichtig ist für unsere Schülerinnen und Schüler auch, dass sie in Zukunft wieder die Möglichkeit haben, Konflikte mit professionell ausgebildeten Gleichaltrigen zu lösen und nicht bei jedem auf diese Weise gut lösbaren Problem auf das Eingreifen der Lehrerinnen und Lehrer angewiesen sind. Ein Thema, das im Allgemeinen wenig Beachtung findet, griff das Projekt „Gemeinsam aktiv und kreativ“ in Kooperation mit dem „Haus mit Herz“ in Bad Buchau auf: Die Organisatorinnen des Projekts wollten zeigen, dass „Zusammenleben in Vielfalt“ auch unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht ausschließen soll und Toleranz sich auch an den besonderen Bedürfnissen von Seniorinnen und Senioren zeigen und einüben lässt. Bei dem gemeinsamen Kunstprojekt ergaben sich viele schöne und lustige Momente zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Heims, bei denen schnell deutlich wurde, dass eine harmonische und freudvolle Zusammenarbeit auch möglich ist, wenn einen mehr als 60 Lebensjahre voneinander trennen. In Klasse 9 wurde an einem selbst ausgewählten Kultur- oder Naturerbe gearbeitet und dieses für die Schulgemeinschaft anschaulich auf Plakaten präsentiert. Ebenso wie in der Unterstufe richtete sich auch das Projektthema für die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler an einem in diesem Lebensabschnitt spannenden Thema aus: Der provokante Projekttitel „Wozu Schule? Wozu Bildung?“ greift die bei manchen Schülerinnen und Schülern dieser Klassenstufe aufkeimende Schulunlust auf und zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Projekt anschaulich, weshalb eine eigene Organisation der UNESCO für Bildung und Wissenschaft so wichtig ist und welche positiven und lebensentscheidenden Auswirkungen die Bildung auf das Leben der Menschen in der ganzen Welt haben kann. Den Abschluss des Projekttags bildete die Präsentation der Ergebnisse auf dem Schulhof sowie eine gemeinsame Fotoaktion. In den folgenden Tagen konnten sich die Schülerinnen und Schüler an den zahlreichen, auf den Fluren aushängenden Projektergebnissen über die Arbeitsschwerpunkte der anderen Gruppen informieren. Die positive Rückmeldung von Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen zeigt, dass die beiden Tage eine gelungene Vertiefung der für den Alltag und die Zukunft bedeutsamen Schwerpunkte der UNESCO darstellten.

 

sdr
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